…und weiter geht die wilde fahrt!

1 12 2010

so, es ist vollbracht: die letzte sendung ist abmoderiert, ganz viel deutsche musik wurde gespielt (ich habe sogar einen englischen titel einer deutschen band ins programm geschmuggelt…), mein chef hat mich on air verabschiedet – jetzt kann es so richtig losgehen!

der koffer ist schon fast gepackt, um 23.45 uhr kanadischer zeit geht es ab gen big apple. ich bin wirklich gespannt, wie ich diese acht stunden im greyhound-bus verbringen werde und vor allem: wie wird wohl das prozedere an der us-grenze ablaufen? deutsche, die per flugzeug oder schiff in die usa reisen, müssen sich vorher registrieren, wer über den landweg kommt angeblich nicht. ich hoffe, das stimmt.

auf jeden fall heißt es heute mitten in der nacht irgendwann: raus aus dem bus, rein ins grenzer-häuschen und dann fingerabdrücke abgeben, fragen beantworten und für den ganzen spaß auch noch bezahlen. ich bin gespannt. meine französischen kollegen haben eine stunde dafür gebraucht. da lob ich mir doch das schengen-abkommen bei uns daheim…

wie auch immer: ich habe keine ahnung wie gut die internetabdeckung in den staaten sein wird. deshalb weiß ich natürlich auch nicht, wie gut ich den kommenden tagen zum bloggen komme. vielleicht habt ihr ja dann mal endlich ein paar blog-freie tage…

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andi und die einwanderungsbehörde

5 11 2010

ich habe heute mit der kanadischen einwanderungsbehörde telefoniert. nicht einmal, nicht zweimal – ich habe bestimmt 25 mal dort angerufen. ungelogen. es ist wirklich frustrierend, wenn man die warteschleifenmusik irgendwann mitsingen kann… wer es selber mal ausprobieren möchte, weil ihm stinkelangweilig ist: +1 888 242 2100 – die nummer kann ich mittlerweile auswendig. zumindest in kanada ist sie kostenlos und man kann sich stundenlang vergnügen!

warum ich mit der einwanderungsbehörde telefoniert habe? ganz einfach: ich will die kanadische staatsbürgerschaft beantragen!

bumm. das hat gesessen, hä?

nein, im ernst. es geht um meine aufenthaltsgenehmigung und arbeitserlaubnis. der nette grenzbeamte bei der einreise hat da einen kleinen aber nicht unbedeutenden fehler gemacht und ich hab jetzt den ärger. ein traum. er hatte ja auch damals nur ganz kurz zeit, meine unterlagen zu prüfen. ich glaube, ich habe im august drei stunden dort verbracht…

das problem ist folgendes: mein rückflug nach deutschland ist am 11. dezember. auf meiner arbeitserlaubnis steht aber „must leave country by 5. december“ – obwohl ich dem guten mann damals erklärt habe, dass ich am 11. wieder nach deutschland fliege und ihm sogar mein rückflugticket gezeigt habe.

ich habe jetzt die ganze zeit überlegt, ob ich überhaupt was unternehmen soll oder ob ich es einfach dabei belasse. was sollen die kanadier schon machen, wenn ich am 11. dezember mit einer abgelaufenen aufenthaltsgenehmigung am flughafen aufschlage? mich nach deutschland schicken..?!? danke, da will ich eh hin!

jetzt kam aber folgendes problem dazu: am 1. dezember startet der new-york-trip. rückkehr nach kanada: 5. dezember – just das datum, an dem ich kanada eigentlich verlassen müsste.

also habe ich heute bei der einwanderungsbehörde angerufen. und wieder. und wieder. deren telefonanlage ist komplett computergestützt – und zwar so verschachtelt, dass man sich in den untermenüs verliert. ich habe mir dann irgendwann aufgeschrieben welche ziffer ich wann drücken muss – um am ende dann doch nur die ansage zu bekommen „alle mitarbeiter sind derzeit im gespräch, versuchen sie es doch später wieder. übrigens: die besten chancen haben sie donnerstags und freitags.“

ach, und was tue ich hier schon seit stunden an einem DONNERSTAG?!? und zack war ich schon wieder aus der leitung.

heute nachmittag hatte ich dann endlich glück, bin nicht mehr aus der leitung geflogen und hatte nach schlappen 40 minuten in der warteschleife (einem akustischen schlangestehen, quasi) dann auch tatsächlich einen mitarbeiter aus fleisch und blut an der strippe. vorher hat mich übrigens die nette computerstimme darauf hingewiesen, dass es die einwanderungsbehörde nicht toleriert, dass anrufer fluchen oder ihre mitarbeiter beschimpfen. sollte ein anrufer trotzdem den einwanderungsbeamten beleidigen, dann darf der nach zweimaliger vorwarnung das gespräch einfach beenden. wow. harte kerle, diese kanadier. aber ganz ehrlich: ich verstehe jeden, dem nach dieser ganzen warterei die gäule durchgehen.

auf jeden fall habe ich dem guten mann meine situation erklärt. seine antwort: kein problem. beantragen sie einfach eine verlängerung ihrer aufenthaltsgenehmigung. das kostet 200 dollar und die bearbeitungszeit beträgt drei monate. aaaahhhh ja… vielen dank!

ich habe ihm dann einen anderen vorschlag unterbreitet: ich höre am 30. november auf zu arbeiten, mache mich am 1. dezember auf nach new york und komme am 5. dezember zurück nach kanada. reise also einfach nochmal ein. als stinknormaler tourist – ich will schließlich nicht mehr arbeiten, sondern nur meine letzten tage hier genießen, mich von kollegen und freunden verabschieden und dann am 11. dezember in den flieger gen germany steigen. so sehr ich sein schönes land nämlich mag: ich würde doch ganz gerne wieder zurück.

das hat er eingesehen und mir dann erklärt: hui, so einen komplizierten fall hatte ich noch nie. ich muss da mal unseren help desk anrufen. einen moment.

das gab mir dann endlich die gelegenheit, wieder der lieblichen warteschleifenmusik zu lauschen. ich hatte sie schon fast vergessen.

nach ein paar minuten war er dann wieder da, um mir zu bestätigen: das funktioniert. sie müssen nur darauf achten, dass sie bei ihrer einreise in die staaten einen usa-stempel in ihren pass bekommen, damit sie bei ihrer späteren wiedereinreise nach kanada auch beweisen können, dass sie das land tatsächlich verlassen hatten. dann können sie als tourist wieder zurückkommen. gar kein problem. und just in case: nehmen sie ihr flugticket nach deutschland mit, um zu zeigen, dass sie kanada wirklich verlassen wollen!

na also, geht doch – und so schnell und unbürokratisch! meine nachfrage: kann ich das ganze auch nochmal schriftlich bekommen? nicht, dass es dann an der grenze probleme gibt und ich nicht wieder reinkomme… – brauchen sie nicht. ich habe das mit den zuständigen stellen geklärt. das passt.

ich bin wirklich gespannt. an dieser stelle: wie hieß eigentlich der tom-hanks-film, bei dem er dank problemen an der grenze den flughafen nicht verlassen darf?!?

wie auch immer: ich habe heute wirklich nullkommanull gearbeitet und nur am telefon gehangen. wenn sich noch einmal jemand über deutsche bürokratie beschwert – die ist im vergleich vielleicht gar nicht so schlimm wie man immer denkt…





hereafter

4 11 2010

gestern war mal wieder kinotag und ich musste es natürlich ausnutzen. also gab es den neuen film von matt damon. hereafter. ich hatte keine ahnung, worum es in dem film geht und ich wusste auch nicht, dass das der neue von clint eastwood ist.

kurz zur handlung: es geht um das leben nach dem tod. heikles thema, bei dem man viel falsch machen kann. und ich muss sagen: es wurde einiges falsch gemacht. der film bewegt sich die ganze zeit an der grenze zwischen gut und cheesy – und des öfteren überschreitet er die linie in richtung cheesy. das soll aber keinesfalls die leistung der schauspieler mindern. gerade die beiden kleinen engländer waren der hammer. wer also zeit und lust hat: anschauen. kommt allerdings bei weitem nicht an den letzten eastwood (gran torino) ran.

aber was wäre so ein kinobesuch ohne die lustigen und interessanten erlebnisse drum herum! fangen wir doch einfach mal mit dem schlangestehen vor filmbeginn an. der film wurde in kino 1 gezeigt. da das kino aber noch gereinigt wurde als wir ankamen, mussten wir vor dem saal warten. das haben wir gemacht – genau wie zig andere menschen auch. plötzlich kam dann aber eine ganz aufgeregte heerschar von kinomitarbeitern, die uns darauf aufmerksam gemacht haben, dass es zwar schön ist, dass wir warten – aber an der falschen stelle!

was bei den amis funktioniert, das funktioniert auch in kanada - nur eben auf eis!

um in kino 1 zu kommen, müssen wir uns auch in die schlange für kino 1 stellen. und die fängt logischerweise nicht vor kino 1, sondern vor kino 2 an. und natürlich ist das keine schlange, in der sich einfach ein paar menschen hintereinander stellen. nein, es ist eine schlange, die mit hilfe von absperrband in die richtigen bahnen gelenkt werden muss. wo kämen wir denn da hin, wenn die 50 wartenden sich einfach dem gesunden menschenverstand folgend aber vollkommen ungeordnet vors entsprechende kino stellen würden!

da hieß es dann also für uns: ab ans ende der gelenkten schlange und dann warten, bis uns ein äußerst gestresster kinomitarbeiter die besucher einweist. er stand tatsächlich vor der kinotüre und hat diese unglaublich große menschenmasse eingewunken – und mit jedem streit angefangen, der nicht von ganz hinten kam!

was in den staaten funktioniert, das klappt natürlich auch in kanada – das haben sich bestimmt einige kanadische produzenten gedacht und bringen nach diesem ganzen high-school-musical-hype den kanadischen ableger in die kinos. und wie könnte es in kanada anders sein, das ganze spielt auf dem eis: score – the hockey musical.

anbei noch zwei trailer von durchaus vielversprechenden filmen:

the tourist – mit angelina jolie und johnny depp, regie florian henckel von donnersmarck (was so ein oscar nicht plötzlich für möglichkeiten eröffnet)

unknown – mit liam neeson und einer ganzen reihe deutscher schauspieler





das hochfest halloween

30 10 2010

am wochenende ist feierwochenende in ganz kanada: halloween. in deutschland eigentlich nicht mehr als eine randnotiz (abgesehen von den ganzen halloween-partys, die in den vergangenen jahren immer mehr zugenommen haben), ist dieses fest hier wohl das größte überhaupt. hier werden vorgärten mit kürbissen, gefakten spinnweben, grabsteinen und skeletten dekoriert, dass es nur so kracht.

aber das ist beim besten willen noch nicht alles. das passende kostüm ist hier wirkich essentiell. um das zu bekommen, muss man einfach in einen laden um die ecke gehen und schon kann man sich mit allem nötigen (und vor allem unnötigen) krimskrams eindecken.

gibt's hier was geschenkt?

oder man geht in einen speziellen laden, der ausschließlich rund um halloween seine türen öffnet, und shoppt dort. für die kanadier scheint das wohl die beliebteste option zu sein. ich bin dieser tage an einem dieser shops vorbei gelaufen und ich bin vor lauter staunen fast über den nächsten mülleimer gefallen!

 

der laden selbst war proppenvoll und vor der tür stand eine menschenschlange von ungelogen 50 metern länge! alle wollten da rein! jetzt gibt zwei möglichkeiten: entweder ist dieser laden der hippste halloween-laden schlechthin oder die kanadier sind einfach unglaublich halloween-geil. ich tippe auf letzteres. das letzte mal, dass es in deutschland solche schlangen gab, war wohl, als die ersten bananen in die ddr geliefert wurden!

ich werde von diesem ganzen halloween-trubel aber wohl nicht allzu viel mitkriegen. am wochenende ist nämlich wieder reisezeit. mit dem auto geht es rund drei stunden gen norden – nach québec city, die hauptstadt unserer gleichnamigen provinz und wenn ich recht weiß, dann ist dieses städtchen jetzt nicht unbedingt als partyhochburg verschrien..! mal schauen.

schönes wochenende nach deutschland!





laptop und lederhosen

30 08 2010

der sonntag ist rum – entspannung ist anders… aber der reihe nach.

heute morgen aufstehen und dann gleich mal die neue redaktion bei radio centre-ville besichtigen. ich sag’s mal so: interessant. von außen ist der sender sehr unscheinbar – von innen betrachtet glaubt man auch nicht wirklich, dass da radio gemacht wird! das equipment wirkt und ist auch tatsächlich nicht mehr ganz state of the art, musik kommt hier noch von der cd und zueinander passende büromöbel – braucht doch kein mensch! da geht’s beim swr eben schon ein wenig anders zu! aber: es funktioniert! und das ist ja wohl die hauptsache! ;o)

morgen früh geht es dann richtig mit der arbeit los. auf dem programm steht erstmal eine technische einführung – zumindest habe ich das so verstanden. dieses quebec-französisch ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig… mir wurde auf jeden fall versichert meines sei „très bien“ – ich bin also mal gespannt und werde berichten!

heute mittag dann eigentlich ein kurzer programmpunkt: handykauf. einfach? denkste! der kanadier an sich wartet gerne. aus dem handykauf wurde nämlich die beste arbeitsamtvorbereitung, die man sich wünschen kann. ladentür auf, nummer ziehen und dann: warten! ähnlich wie im immigration-office am flughafen. nur dass ich mich hier frei im laden bewegen konnte und nicht im glaskasten und unter beobachtung warten musste. doch die warterei hat sich gelohnt: handy ist gekauft, kanadische nummer vorhanden. wer sie haben will: kurze e-mail an mich und schon kommt die nummer zurück.

heute abend dann die gesellschaftlichen verpflichtungen: wir zwei mediencampus-stipendiaten waren zum dinner eingeladen. der leiter der bayerischen staatskanzlei und medienminister siegfried schneider ist gerade in montréal zu besuch und wollte da die beiden bayerischen stipendiaten treffen. meinen migrationshintergrund habe ich natürlich verschwiegen. nach der bierprobe (die bei den experten übrigens keine begeisterungsstürme hervorgerufen hat – wen wundert’s? reinheitsgebot und cassis-bier sind nicht die allerbesten freunde.) gab es dann lecker essen. und wein. die gastgeber wussten wohl warum… lecker war’s auf jeden fall.

wir waren allerdings nicht die einzigen ministerialen gäste heute abend. in schneiders schlepptau reist nämlich die gesamte bayerische computerspielebranche (ja, die gibt es tatsächlich!). als nordamerikanisches spielemekka hat montréal in der branche einen hervorragenden ruf und sämtliche branchengrößen sitzen hier. ich muss ja ganz ehrlich gestehen: anstatt morgen in den job zu starten, würde ich auch gerne an dem besichtigungsprogramm teilnehmen: ubisoft, ea, eidos… naja, man kann nicht alles haben.








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