personalkosten? wir haben’s doch!

11 09 2010

dank der unregelmäßigen radioarbeits- und sendungszeiten kann es ja durchaus auch mal sein, dass man die redaktionsräume nicht erst am späten abend, sondern vielleicht schon im laufe des nachmittags verlässt. und dann kommt es durchaus hin und wieder vor, dass man in den schülerpendelverkehr gerät. wann der so ganz genau stattfindet, habe ich noch nicht durchschaut. aber: in kanada ist man gerüstet. die schüler können kommen. wann immer sie wollen. und sie werden erwartet. von schülerlotsen. es ist der wahnsinn.

da stehen im einzugsbereich der schulen tatsächlich an fast allen kreuzungen – egal ob mit oder ohne zebrastreifen, egal ob mit oder ohne ampel, egal ob verkehrsberuhigt oder nicht – schülerlotsen.

ob regen oder sonne – sobald sich ein schüler der besagten kreuzung auch nur auf 100 meter nähert, sind die besorgten lotsen schon alarmiert: da wird das neonwestchen gerichtet, das „arrêt“-schildchen (ja, wir sind in kanada – nein, das internationale „stop“ ist den frankokanadiern nicht gut genug) fest umklammert und dann geht’s per hechtsprung ab auf die straße. zum wohle der schüler!

aber wie man sich vielleicht denken kann: die tatsächliche arbeitszeit hält sich in grenzen. ich glaube, die meiste zeit wird einfach gewartet, dass endlich ein paar kinder vorbeikommen. aber dann, holla die waldfee, action!

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ich habe keine ahnung, ob diese schülerlotsen freiwillige oder hauptamtliche sind. aber sollten die tatsächlich geld für ihre arbeit kriegen, dann will ich nicht wissen, in welchem maße das das stadtsäckel belastet.

aber auch an anderer stelle wird mit personal nicht gegeizt: in der métro. in montréal hat es insgesamt über 60 métrostationen. ok, ich habe beim besten willen noch nicht alle abgeklappert, aber ich bin wirklich schon an einigen ein- und ausgestiegen. an jeder, wirklich an JEDER station, die ich bisher gesehen habe – und sei sie noch so abgelegen – sitzt während der betriebszeiten mindestens ein fahrkartenverkäufer. der kann zwar meistens keine auskunft über irgendwelche anschlussbusse oder dergleichen geben, aber fahrkarten verkaufen – das kann er.

ich weiß nicht, was ein kanadischer fahrkartenverkäufer so verdient, aber in deutschland könnte sich das beim besten willen kein unternehmen leisten. genauso wenig wie die gefühlten acht verkäufer hinter der theke des coffee-shops um die ecke:

  • angestellter 1: nimmt die bestellung auf
  • angestellter 2: schreibt auf den becher, welches heißgetränk rein soll
  • angestellter 3: kümmert sich um die heißgetränk-zubereitung
  • angestellter 4: kümmert sich um die cookie-bestellung
  • angestellter 5: kassiert
  • angestellter 6: reicht das fertig zubereitete heißgetränk
  • angestellter 7: reicht die cookie-bestellung
  • angestellter 8: ist der manager und fragt, ob alles in ordnung ist
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