kanadische kalorienbombe

10 12 2010

tagesprogramm heute: abschied nehmen. schon wieder. lange halt ich das wirklich nicht mehr durch. québec und die menschen hier sind mir wirklich ans herz gewachsen. da geht man dann halt auch mal kurz vor 6 uhr morgens ins bett…

ich wollte aber die gelegenheit nicht verstreichen lassen und noch eine montréaler spezialität vorstellen: poutine. was das ist? pommes mit geschmolzenem käse und bratensoße. wer sich das jetzt nicht ganz vorstellen kann: einfach mal zum zdf folgen. die erklären das ziemlich gut und haben die passenden bilder. allerdings nicht von der komischen aussprache des reporters in die irre führen lassen. ich glaube, der hat einfach einen kleinen sprachfehler…

da es mit dem link verstecken derzeit wohl irgendwelche probleme gibt, hier die komplette url:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1058924/Sinnvolles-Kanadische-Kalorienbombe#/beitrag/video/1058924/Sinnvolles-Kanadische-Kalorienbombe

guten appetit!

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auf dem weg nach montréal – vielleicht…

7 12 2010

der wirklich viel zu kurze abstecher nach st. louis neigt sich auch schon wieder dem ende entgegen: 1,5 der zwei familientage sind vorbei – morgen nachmittag geht es wieder gen norden. so petrus das denn will. aus kanada erreichen mich nämlich nachrichten, dass es dort seit einigen stunden konstant schneit. und auch hier in den usa ist es beständig kalt und der schnee soll in der nacht kommen. ich hoffe jetzt einfach mal, dass das morgen alles glatt geht und auch die rück-einreise zu meinen kanadischen freunden ohne probleme über die bühne geht.

ach ja, es wäre außerdem noch schön, wenn sowohl ich als auch mein koffer den umstieg in new york schaffen würden und wir wirklich gemeinsam in montréal ankämen. fragen über fragen und viele, viele wünsche…

bis dahin noch ein paar schmunzler der letzten tage – die dazugehörigen bilder gibt es unten:

  • kaum ist man bei der „deutschen“ verwandtschaft in den staaten, gibt es auf einmal so viele langersehnte produkte: christstollen, salami, brot, das nach etwas schmeckt… heute kam mit der tageszeitung sogar der neue aldi-prospekt für diese woche!
  • wer in amerika kein geld für eine schönheits-op hat oder das risiko scheut, der kann sich auch einfach po-implantate in die hose stecken – meine lieblingswerbung des tages!
  • in new york verkaufen sie stinknormalen ham als black forest ham – und verlangen neun dollar für so ein sandwich! schwindel! und das auch noch im naturhistorischen museum!
  • es gibt tatsächlich einen mcdonalds in new york, in dem ein flügel steht, auf dem live musiziert wird – und das nicht einmal schlecht.
  • die new yorker weihnachtsshoppinghölle ist wirklich eine hölle. es ist hier der 6. dezember und weihnachtslieder stehen mir ganz weit oben!
  • ich habe jetzt endlich herausgefunden was aus den lindt-schoko-osterhasen wird, die sie in deutschland nicht bis zum osterfest verkauft haben: lindt-schoko-rentiere!!!
  • im restaurant in st. louis hat mich ein sehr netter mann gefragt, warum denn bitte sein land den verschuldeten griechen und vor allem deutschland finanziell helfen müsse – dabei habe man doch in amerika selbst genug probleme. und was ist denn überhaupt mit diesen faulen engländern los? warum zahlen denn die gar nichts?
    ich habe ihm dann anfangs sehr höflich versucht zu erklären, dass das so nicht ganz stimmt. er kenne aber jemanden, der die insider-infos hätte. der hat sogar ein buch darüber geschrieben. und wenn ich das nicht gelesen hätte, dann sei ich der dumme! außerdem war er fest davon überzeugt, dass es bald einen krieg zwischen deutschland und griechenland geben werde (wegen den hilfszahlungen) und dass die eu sowieso bald auseinander falle. ich habe dann mit einem schlichten „nope, i don’t think so“ geantwortet und er ist lauthals schimpfend davon gewalzt. ich meine, ein leises „fuck you“ gehört zu haben…
  • das ist aber auch alles kein wunder vor folgendem hintergrund: ich habe aus purem interesse zwei tage hintereinander die fox news um 21 uhr (hauptnachrichtensendung!) geschaut. alter schwede: sollte mich irgendjemand um höhere gez-gebühren bitten – ich zahle gern! DAS ist wirklich die hölle! 60 minuten nur berichte über lokale schießereien, raubüberfälle, morde und vergewaltigungen (alle mit fotos und vollständigen namen der vermeintlichen täter und opfer!); verhütungspillen für hunde; ein junge, der die brennenden haare seiner schwester gelöscht hat und deshalb von der feuerwehr offiziell als „superhero“ (kein witz!) ausgezeichnet wurde; einen „unfallschwerpunkt, an dem es in zwölf monaten elf unfälle gab, weil die autofahrer „zu freundlich waren“; sport; kurz ein paar bilder vom wetten-dass-unfall; wetter, wetter, wetter…
    in washington hat auch was statt gefunden – obama durfte seine steuerpläne in original sieben sekunden erklären – und dann ging es auch schon wieder zurück zum moderator, der sich bereit erklärt hat, dem wetterfritzen das auto vorzuwärmen. und einer familie, die ihr haus so hell wie eine kleinstadt beleuchtet, jetzt aber das haus verkaufen muss, weil der papa den job verloren hat. und die tochter muss jetzt selbst für ihren mcdonalds-besuch bezahlen. es gab tränen, einen spendenaufruf und den satz „es sollte das ganze jahr weihnachten sein – dann wären die leute immer hilfsbereit“. und gute nacht! richtige auslandsnachrichten? what the fuck?!

anbei noch ein paar impressionen der vergangenen tage und dann bis hoffentlich bald wieder aus kanada!

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montréal unter null

25 11 2010

es wird frischer, das wetter schlechter – da ist man plötzlich um eine montréaler einrichtung, deren sinn sich vorher nicht so ganz erschlossen hat, dankbar: die untergrundstadt. ja, es ist genau das, wonach es sich anhört.

wie wir ja alle wissen und ich gerade am eigenen leib erfahren muss, ist es in kanada gerne mal ein bisschen kälter als beispielsweise in paris. oder london. oder neustadt an der weinstraße. oder, oder, oder… was ich sagen will: während man in vielen anderen städten der welt auch zur winterzeit problemlos zum schaufensterbummel durch die fußgängerzonen und straßen schlendern kann, ist das in montréal nicht immer so ohne weiteres möglich. gerade bei temperaturen von -20 grad schaufensterbummelt es sich halt nicht ganz so entspannt. und wenn es dumm läuft, dann sind das wohl die warmen wintertage…

aber: die geschäftswelt will ja auch im winter was verdienen, die leute wollen geld ausgeben – da muss es doch eine möglichkeit geben, wie man angebot und nachfrage gewinnbringend aufeinander abstimmen kann.

die gibt es. dank findiger geschäftsleute.

in montréal haben sie die sogenannte untergrundstadt gebaut: zum einkaufen, schaufensterbummeln, shoppen, essen, ins kino gehen… muss man hier keinen fuß mehr ins freie setzen! über insgesamt zwölf quadratkilometer erstreckt sich ein 32 kilometer langes tunnelsystem. es verbindet metrostationen, einkaufszentren, restaurants, kinos, klamottenläden, kosmetikstudios, videotheken… kurz: alles, was man auch nur irgendwie zum leben brauchen könnte.

für mich bedeutet das: ich gehe aus meiner haustüre und laufe drei minuten bis zur nächsten metro-station. ab diesem moment kann ich eigentlich für den rest des tages meine jacke ausziehen. ich steige in die metro, fahre zu einer haltestelle in der stadtmitte, steige dort aus, laufe eine treppe hoch und schon stehe ich mitten im einkaufszentrum. alles unterirdisch, alles ohne auch nur einen sonnenstrahl zu sehen oder auch nur einen hauch frische luft einzuatmen!

und wenn ich mit diesem vielgeschossigen monstrum durch bin, dann nehme ich einfach einen verbindungstunnel in eines der nächsten zentren. und so kann ich das den ganzen tag fortsetzen – ohne auch nur einmal die nase ins freie halten zu müssen!





im sommer scheint sonne, im winter…

19 11 2010

… da schneit’s! ok, noch nicht. und: die sonne kann auch während der kalten jahreszeit scheinen.

es ist wirklich erstaunlich, was so ein bisschen sonne im winter nicht alles ausmachen kann! das wetter hier zeichnet sich nicht unbedingt durch beständigkeit aus. heute hatten wir mal wieder glück und hatten fast einen ganzen tag lang blauen himmel und strahlenden sonnenschein. warm war es trotzdem nicht.

wie auch immer: dieses gute wetter schlägt auf die stimmung! ich gehe heute morgen aus dem haus und treffe auf den postboten, der gerade ein paar briefe verteilen will. ich habe diesen menschen noch nie in meinem leben gesehen – und wie begrüßt er mich am frühen morgen: mit einem schallenden „bonjour, mon ami!“.

da habe ich mich zwar wirklich gefreut, gleichzeitig aber gedacht: naja, der kollege ist halt einfach gut drauf. wer weiß, was frau postbote ihm heute morgen ins müsli gemischt hat.

dann gehe ich heute mittag in den imbiss um die ecke, um mir ein stück pizza zu kaufen – und wie begrüßt mich der nette spanische pizza-verkäufer? „hello my friend!“ und als er mir dann die pizza in die hand drückt und ich artig „thank you“ sage (weil er mich sofort auf englisch angehauen und mir gar keine chance gegeben hat, meine formidablen französischkenntnisse unter beweis zu stellen), hüpft er fast über die theke und grinst nur „no, no, no… thank YOU!“

was machen die menschen hier wohl erst im frühling, nachdem es vier monate lang sauwetter hatte? ich persönlich glaube ja, da werden einige menschen wohl sehr intensive gefühle haben…





worauf ich mich wirklich freue

16 11 2010

versteht mich jetzt bitte nicht falsch: ich mag kanada und ich mag québec. wirklich. nichtsdestotrotz: mit blick auf die mittlerweile überschaubare verbliebene zeit hier und die nicht mehr allzu ferne rückreise nach deutschland, sind mir ein paar dinge eingefallen, auf die ich mich (abgesehen vom wiedersehen mit familie und freunden) so richtig freue:

  • schwarzbrot
  • vernünftig isolierte fenster
  • rieslingschorle
  • ein bad, dessen heizung den namen auch verdient und in dessen dusche sich die wassertemperatur durch ein drehen am hahn auch tatsächlich korrigieren lässt
  • eine fahrt auf der autobahn mit einem europäischen auto und in einer mir angenehmen geschwindigkeit
  • leitungswasser, das nicht nach chlor riecht und schmeckt
  • weihnachtsmärkte mit glühweinständen
  • besteck und teller, die man nach dem essen nicht einfach wegwirft
  • fußball im tv
  • brezeln
  • unfreundliche bedienungen, die mich sitzen lassen wo ich will, die die bestellung aufnehmen, sie bringen, mich nicht fragen wie es mir geht und mir die rechnung bringen, nachdem ich sie mindestens dreimal darauf aufmerksam gemacht habe und nicht wenn mein glas gerade halbleer ist
  • mit dem bier vor der kneipe zu stehen
  • nicht immer nur zwischen gekochtem schinken und putenbrust wählen zu können
  • speisen, die auch tatsächlich gesalzen wurden
  • ein voll funktionsfähiges iphone
  • radio wortbeiträge, die maximal zwei minuten lang sind – und auf deutsch
  • den duft einer bäckerei
  • durch und durch deutsches fastfood: currywurst, pizza und döner
  • ein handballspiel in der pfalzhalle
  • computer, deren menüs nicht von natur aus auf französisch eingestellt sind

die reihenfolge der nennungen impliziert keine wertung





zu gast bei nerds

13 11 2010

liebe daheimgebliebene nerds, aufgepasst: dieser beitrag wird euch freuen. zumindest ein bisschen. details kann ich nämlich leider nicht liefern.

ich war heute mittag mit einer kollegin essen. da ich mir neue schuhe gekauft habe, die zwar geil ausschauen, mit denen ich aber heute abend keinen meter mehr laufen kann, weil sie schweinemäßig weh tun (das klingt jetzt unglaublich mädchenhaft, fällt mir gerade auf, ist aber leider wahr…), habe ich vorgeschlagen, nicht allzu weit zu gehen.

vorgeschlagen, getan.

this is where the magic happens

und so sind wir in einem kleinen bistro um die ecke des senders gelandet. was ich nicht wusste: dieses bistro liegt im gebäude von ubisoft – einer der weltgrößten computerspiele-schmieden. für insider: hier wurden unter anderem splinter cell, prince of persia, far cry und assassin’s creed entwickelt.

auf dem weg zum bistro sind wir also durch die lobby gelaufen bzw. gehumpelt – vorbei an scheuen nerds, die aus großen tassen unmengen an kaffee getrunken und vor allem darauf geachtet haben, nicht allzu viel sonnenlicht abzubekommen. ja, das sind klischees – aber sie stimmen nun mal! vielleicht geh ich da ja nochmal hin, um mich davon zu überzeugen, dass all meine vorurteile falsch und unberechtigt sind.

gegessen haben wir dann also in diesem kleinen bistro mit dem schönen namen „café vienne“. und was steht im kaffee wien auf der speisekarte? „brötchens“! da musste ich natürlich sofort eines bestellen. und zwar ein „brötchen classique“, denn das sollte mit echtem schwarzwälder schinken kommen.

lekker brötchens

nun gut, es war letztlich ein getoastetes, x-beliebiges panini mit gekochtem formschinken und ein bisschen käse. ich habe mich aber nicht getraut, die leute dort zu belehren und ihnen mitzuteilen, dass ihr brötchen mit schwarzwälder schinken eine frechheit und eine beleidigung für die deutsche fleischerinnung ist – schnell wegrennen ist heute nämlich nicht mehr. und wer weiß was passiert, wenn diese nerds böse werden. irgendwoher müssen die ideen für die ganzen ballerspiele ja kommen…





heimat in der ferne

7 11 2010

ach, was wäre die welt ohne unsere allseits so beliebten deutschen produkte? welche autos würden die reichen, mächtigen und schönen dieser welt wohl fahren? auf welche technologien und maschinen würde die industrie wohl zurückgreifen? von welchem bier würden die menschen schwärmen? mit welchem lustigen akzent sollten die filmbösewichte denn dann sprechen? ich schweife ab…

bei den alltagsprodukten vertraut der kanadier in der regel dann doch aber meist eher den heimischen erzeugnissen. aber manchmal, ja manchmal verirrt sich auch ein deutsches markenprodukt ins regal. ich denke da an dr. oetker tiefkühlpizza, nivea-creme, gerolsteiner mineralwasser, werthers echte, bitburger und becks – gerade letztere in den in deutschland fast nicht mehr bekannten 0,5 liter-dosen (erinnerungen!) oder noch ungewöhnlicheren 0,75 liter-flaschen.

hin und wieder schleichen sich aber produkte ins sortiment, die meiner meinung nach nur vorgeben, deutsche produkte zu sein und deren „deutsche“ namen so gar keinen sinn machen. mein lieblingsbeispiel: der angebliche deutsche qualitätswein aus dem supermarkt. aufkellereien. what the fuck?! was freue ich mich mal wieder auf einen vernünftigen pfälzer riesling zum anständigen preis!

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