auf dem weg nach montréal – vielleicht…

7 12 2010

der wirklich viel zu kurze abstecher nach st. louis neigt sich auch schon wieder dem ende entgegen: 1,5 der zwei familientage sind vorbei – morgen nachmittag geht es wieder gen norden. so petrus das denn will. aus kanada erreichen mich nämlich nachrichten, dass es dort seit einigen stunden konstant schneit. und auch hier in den usa ist es beständig kalt und der schnee soll in der nacht kommen. ich hoffe jetzt einfach mal, dass das morgen alles glatt geht und auch die rück-einreise zu meinen kanadischen freunden ohne probleme über die bühne geht.

ach ja, es wäre außerdem noch schön, wenn sowohl ich als auch mein koffer den umstieg in new york schaffen würden und wir wirklich gemeinsam in montréal ankämen. fragen über fragen und viele, viele wünsche…

bis dahin noch ein paar schmunzler der letzten tage – die dazugehörigen bilder gibt es unten:

  • kaum ist man bei der „deutschen“ verwandtschaft in den staaten, gibt es auf einmal so viele langersehnte produkte: christstollen, salami, brot, das nach etwas schmeckt… heute kam mit der tageszeitung sogar der neue aldi-prospekt für diese woche!
  • wer in amerika kein geld für eine schönheits-op hat oder das risiko scheut, der kann sich auch einfach po-implantate in die hose stecken – meine lieblingswerbung des tages!
  • in new york verkaufen sie stinknormalen ham als black forest ham – und verlangen neun dollar für so ein sandwich! schwindel! und das auch noch im naturhistorischen museum!
  • es gibt tatsächlich einen mcdonalds in new york, in dem ein flügel steht, auf dem live musiziert wird – und das nicht einmal schlecht.
  • die new yorker weihnachtsshoppinghölle ist wirklich eine hölle. es ist hier der 6. dezember und weihnachtslieder stehen mir ganz weit oben!
  • ich habe jetzt endlich herausgefunden was aus den lindt-schoko-osterhasen wird, die sie in deutschland nicht bis zum osterfest verkauft haben: lindt-schoko-rentiere!!!
  • im restaurant in st. louis hat mich ein sehr netter mann gefragt, warum denn bitte sein land den verschuldeten griechen und vor allem deutschland finanziell helfen müsse – dabei habe man doch in amerika selbst genug probleme. und was ist denn überhaupt mit diesen faulen engländern los? warum zahlen denn die gar nichts?
    ich habe ihm dann anfangs sehr höflich versucht zu erklären, dass das so nicht ganz stimmt. er kenne aber jemanden, der die insider-infos hätte. der hat sogar ein buch darüber geschrieben. und wenn ich das nicht gelesen hätte, dann sei ich der dumme! außerdem war er fest davon überzeugt, dass es bald einen krieg zwischen deutschland und griechenland geben werde (wegen den hilfszahlungen) und dass die eu sowieso bald auseinander falle. ich habe dann mit einem schlichten „nope, i don’t think so“ geantwortet und er ist lauthals schimpfend davon gewalzt. ich meine, ein leises „fuck you“ gehört zu haben…
  • das ist aber auch alles kein wunder vor folgendem hintergrund: ich habe aus purem interesse zwei tage hintereinander die fox news um 21 uhr (hauptnachrichtensendung!) geschaut. alter schwede: sollte mich irgendjemand um höhere gez-gebühren bitten – ich zahle gern! DAS ist wirklich die hölle! 60 minuten nur berichte über lokale schießereien, raubüberfälle, morde und vergewaltigungen (alle mit fotos und vollständigen namen der vermeintlichen täter und opfer!); verhütungspillen für hunde; ein junge, der die brennenden haare seiner schwester gelöscht hat und deshalb von der feuerwehr offiziell als „superhero“ (kein witz!) ausgezeichnet wurde; einen „unfallschwerpunkt, an dem es in zwölf monaten elf unfälle gab, weil die autofahrer „zu freundlich waren“; sport; kurz ein paar bilder vom wetten-dass-unfall; wetter, wetter, wetter…
    in washington hat auch was statt gefunden – obama durfte seine steuerpläne in original sieben sekunden erklären – und dann ging es auch schon wieder zurück zum moderator, der sich bereit erklärt hat, dem wetterfritzen das auto vorzuwärmen. und einer familie, die ihr haus so hell wie eine kleinstadt beleuchtet, jetzt aber das haus verkaufen muss, weil der papa den job verloren hat. und die tochter muss jetzt selbst für ihren mcdonalds-besuch bezahlen. es gab tränen, einen spendenaufruf und den satz „es sollte das ganze jahr weihnachten sein – dann wären die leute immer hilfsbereit“. und gute nacht! richtige auslandsnachrichten? what the fuck?!

anbei noch ein paar impressionen der vergangenen tage und dann bis hoffentlich bald wieder aus kanada!

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1 j.a.a.

26 11 2010

hä?

j.a.a. – neue zeitrechnung: „1 jour après arnaud“ – „ein tag nach arnaud“.

nachdem mich so viele menschen um vorher-nachher-fotos gebeten haben, möchte ich diesem wunsch natürlich gerne entsprechen. here we go – fotos von vor und nach arnaud:

alter haarschnitt - alte mütze

neuer haarschnitt - neue mütze

leider ist es in montréal derzeit so kalt, dass man gar nicht ohne wärmendes mützchen aus dem haus gehen kann…

schönes wochenende!

ps: mir ist gerade aufgefallen, dass ich die neue bezeichnung vielleicht nochmal überdenken sollte. es lässt sich so schlecht zwischen vor und nach arnaud unterscheiden – „1 jour avant arnaud“, abgekürzt „1 j.a.a.“ und „1 jour après arnaud“, abgekürzt „1 j.a.a.“ – tendenziell blöd…





arnaud

26 11 2010

heute habe ich arnaud kennen gelernt. arnaud ist ein sehr netter mensch. sonst würde ich ihn sicher nicht in meinem blog erwähnen. wir haben ungefähr eine halbe stunde miteinander verbracht. dann bin ich schmunzelnd nach hause gelaufen.

arnaud ist friseur. und wie ihr euch denken könnt, würde ich nicht über einen friseurbesuch schreiben, wäre er nicht etwas ganz besonderes gewesen.

ich komme also heute abend in den friseursalon, werde von einer netten dame empfangen, die mir sogleich meinen mantel abnimmt und mich zu einer umkleidekabine bringt. ich gestehe, ich habe in diesem moment wohl nicht den allerhellsten gesichtsausdruck aufgesetzt. das lag vielleicht einfach daran, dass ich mich mit einem kurzen panischen blick in den laden nochmal versichert habe, ob ich auch wirklich in einem friseursalon gelandet bin. zur beruhigung: es war tatsächlich einer.

da ich nicht wirklich wusste, was ich beim friseur in einer umkleidekabine machen soll und auch alle anderen menschen im salon noch vollständig bekleidet waren, habe ich dann erklärt, dass alles in ordnung sei und ich mich nicht umziehen müsse.

die nette dame hat mir dann sofort meinen friseur-umhängemantel gebracht und mir hinein geholfen. man trägt diesen umhang übrigens wie einen bademantel und sieht darin genauso aus. das impliziert natürlich auch das „am-bauch-zubinden“. das hat die nette dame für mich übernommen.

sogleich wurde ich dann zum haarewaschen in den hinteren teil des salons geführt. ich durfte auf einer geschmackvollen ledercouch platz nehmen und es hieß nur: es kümmert sich gleich jemand um dich. unterdessen wurde mir von einer zweiten dame sofort ein wasser gereicht.

schließlich kam dame nummer drei, um mir die haare zu waschen. doch als ich schon fast am waschbecken saß, fragte sie mich, wer mir denn die haare schneiden würde.

ich: arnaud.
sie: bist du zum ersten mal hier? habt ihr euch schon kennen gelernt? hat er sich schon deine haare angeschaut?
ich: nein…

und bevor ich noch etwas sagen konnte, wurde auch schon arnaud herbei zitiert. ein junger mann, ungefähr mein alter, schwarz gekleidet, weiße krawatte, blitzeblank polierte lackschuhe, gepflegtes äußeres, neckisch gestutzter bart.

arnaud hat mich dann mit handschlag begrüßt, sich nach meinem namen und wohlbefinden erkundigt und mir sogleich erklärt, dass er leider kein englisch spreche – aber bei meinem tollen französisch sei das ja auch überhaupt kein problem. an dieser stelle habe ich dann wohl zum zweiten mal diesen nicht allzu hellen gesichtsausdruck aufgesetzt. dieses mal gepaart mit ein wenig angst im blick. aber arnaud hat mir versichert, dass wir das schon schaukeln würden.

ich habe arnaud dann erklärt, dass ich mit diesen vielen haaren auf dem kopf nicht mehr leben kann und mag. das hat ihn sehr traurig gemacht und er wollte mich unter anderem mit permanenten verweisen auf die kalte witterung und den hip-faktor zur gepflegten langhaarfrisur überreden, hat dann aber nach mehrmaligem insistieren meinerseits klein bei gegeben.

daraufhin ging es zurück zur waschstation, wo mich dame nummer drei wieder in empfang nahm, mich dieses mal endgültig in den sessel vors waschbecken setzte und mir die beine auf einen eigens dafür gedachten hocker legte.

die dann folgende haarwäsche möchte ich eigentlich nicht als solche bezeichnen. es wäre eine schamlose untertreibung. was auf das ganze sitzprozedere folgte, war eine kopfhaut-stirn-nebenhölen-augenbrauen-ohren-massage vom feinsten. ich war kurz davor die lästige schneiderei abzusagen und mich weiter massieren zu lassen.

doch auch die schönsten dinge im leben gehen mal vorbei und ich wieder zurück zu arnaud. der ließ dann auch sogleich seine scheren klappern. ich habe noch nie einen friseur gesehen, der mir mit – ungelogen – sieben (!) verschiedenen scheren die haare geschnitten hat!

welchen einfluss das vorherige kennenlernen auf die ganze haarwaschprozedur hatte, hat sich mir übrigens bis jetzt noch nicht erschlossen. sei’s drum!

während arnaud also schnitt, meine haare überall hin nur nicht auf den boden fielen (wäre ich doch mal besser in die umkleide gegangen und hätte mich meines pullovers entledigt – das „schutzmäntelchen“ war nämlich ein kurzärmeliges…), fanden wir heraus, dass arnauds cousine als linguistik-professorin in berlin lehrt. einziges problem: arnaud wusste nicht in welcher sprache. die gute spreche immerhin acht verschiedene und er habe beim besten willen keine ahnung welche sie in berlin unterrichte.

wie auch immer: nach einer halben stunde war arnaud fertig. allerdings nicht ohne mir noch zu zeigen, wie ich denn meine neue frisur – die übrigens fast genau wie meine alte vor der abreise ausschaut – zu gelen hätte. ich solle dazu am besten meine brille aufziehen und ganz genau aufpassen.

gesagt, getan. ich musste allerdings feststellen, dass diese ganze gelerei zwar nicht so ausfiel wie im heimischen bad, das ergebnis dafür schon.

arnaud brachte mich dann zur garderobe, half mir in den mantel und verabschiedete mich per handschlag – natürlich nicht ohne mir eine gute heimreise nach deutschland zu wünschen. auf englisch. das hatte er von der dame an der rezeption erfragt.

die hat mir dann auch stolz die rechnung für den ganzen spaß präsentiert. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, nach welchen kriterien sie berechnet wurde. hier ein paar vermutungen:

  • duftintensität der verwendeten haarpflegeprodukte
  • gewicht der abgeschnittenen haare
  • volumen der abgeschnittenen haare
  • länge der abgeschnittenen haare

um es kurz zu machen: es war der wohl teuerste normale haarschnitt meines lebens – und das, obwohl ich mir eigentlich nicht den meines erachtens bestimmt schweineteuren, weil ultra stylishen friseur mit kaminfeuer im schaufenster auf dem weg zur arbeit ausgesucht hatte.

auf jeden fall bin ich am ende dieses halbstündigen intermezzos um 50 dollar leichter, dafür um viele erfahrungen und ein debiles grinsen reicher nach hause gelaufen.

übrigens: „tipping is not a city in china.“ will heißen: natürlich müssen der friseur und die haarwäscherin ein trinkgeld bekommen – und mit ein, zwei dollar ist es da nicht getan…





montréal unter null

25 11 2010

es wird frischer, das wetter schlechter – da ist man plötzlich um eine montréaler einrichtung, deren sinn sich vorher nicht so ganz erschlossen hat, dankbar: die untergrundstadt. ja, es ist genau das, wonach es sich anhört.

wie wir ja alle wissen und ich gerade am eigenen leib erfahren muss, ist es in kanada gerne mal ein bisschen kälter als beispielsweise in paris. oder london. oder neustadt an der weinstraße. oder, oder, oder… was ich sagen will: während man in vielen anderen städten der welt auch zur winterzeit problemlos zum schaufensterbummel durch die fußgängerzonen und straßen schlendern kann, ist das in montréal nicht immer so ohne weiteres möglich. gerade bei temperaturen von -20 grad schaufensterbummelt es sich halt nicht ganz so entspannt. und wenn es dumm läuft, dann sind das wohl die warmen wintertage…

aber: die geschäftswelt will ja auch im winter was verdienen, die leute wollen geld ausgeben – da muss es doch eine möglichkeit geben, wie man angebot und nachfrage gewinnbringend aufeinander abstimmen kann.

die gibt es. dank findiger geschäftsleute.

in montréal haben sie die sogenannte untergrundstadt gebaut: zum einkaufen, schaufensterbummeln, shoppen, essen, ins kino gehen… muss man hier keinen fuß mehr ins freie setzen! über insgesamt zwölf quadratkilometer erstreckt sich ein 32 kilometer langes tunnelsystem. es verbindet metrostationen, einkaufszentren, restaurants, kinos, klamottenläden, kosmetikstudios, videotheken… kurz: alles, was man auch nur irgendwie zum leben brauchen könnte.

für mich bedeutet das: ich gehe aus meiner haustüre und laufe drei minuten bis zur nächsten metro-station. ab diesem moment kann ich eigentlich für den rest des tages meine jacke ausziehen. ich steige in die metro, fahre zu einer haltestelle in der stadtmitte, steige dort aus, laufe eine treppe hoch und schon stehe ich mitten im einkaufszentrum. alles unterirdisch, alles ohne auch nur einen sonnenstrahl zu sehen oder auch nur einen hauch frische luft einzuatmen!

und wenn ich mit diesem vielgeschossigen monstrum durch bin, dann nehme ich einfach einen verbindungstunnel in eines der nächsten zentren. und so kann ich das den ganzen tag fortsetzen – ohne auch nur einmal die nase ins freie halten zu müssen!





just play hockey

23 11 2010

die canadiens de montréal spielen seit einigen wochen wieder hockey – zunächst in der preseason, jetzt auch wieder ganz regulär in der nhl. da denkt sich der durchschnittskanadier natürlich: was die profis können, das kann ich schon lange!

es wird hier nämlich nicht nur eishockey geschaut, die kanadischen jungs greifen auch sehr gerne selbst zum schläger. seit die temperaturen sinken, sieht man hier immer mehr menschen mit unglaublich großen taschen voller equipment und mindestens einem schläger in der hand durch die stadt laufen. wo sie hingehen? ich weiß es nicht.

bisher habe ich zwar unzählige spieler aber noch kein öffentliches eisstadion gesehen. und noch ist es nicht so kalt, als dass die seen in der umgebung gefroren wären. gut, am wochenende hatten wir 8 grad unter null (kein spaß nach hause zu laufen) aber heute pendelt es schon wieder knapp auf der plus-seite – das reicht eben noch nicht für einen vernünftig zugefrorenen see. maximal für ein paar pfützen.

aber zurück zu den hockey-jungs: entweder wollen die mächtig angeben oder ich habe die entsprechenden lokalitäten einfach noch nicht gefunden.

vielleicht sollte ich mir auch einfach mal einen schläger kaufen – einfach nur so zum eindruck schinden und damit durch die stadt laufen…

die gelegenheit dazu hat man in jedem sportgeschäft: was da an ausrüstung rumsteht ist für deutsche verhältnisse unglaublich! ganze wände voller schläger – von panzern, helmen, hand- und schlittschuhen ganz zu schweigen. und das zu wirklich moderaten preisen.

wenn man das wochenende nicht gerade in der innenstadt, sondern in einem der vororte verbringt, dann sieht man die kinder auf der straße spielen. und was steht da in (fast) jedem hof, in (fast) jeder garageneinfahrt? ein basketballkorb und ein hockeytor!

was dabei rauskommt, wenn man den kanadischen nachwuchs fördert, beweist derzeit sidney crosby. während wayne gretzky noch immer ehrfürchtig „the great one“ genannt wird, sprechen sie von crosby als „the next one“. hier seht ihr warum:





warten auf…

20 11 2010

… den schnee! hab ich gestern noch geschrieben, dass es noch nicht geschneit hat? nun, das war ein irrtum. in einigen teilen montréals kam gestern schon was runter und die restlichen stadtteile sollen folgen – sagt der wetterbericht. und das thermometer ist auf seiten der meteorologen: wir haben jetzt beständige minustemperaturen.

ich habe mich dieser tage mal wieder mit einem einheimischen kollegen über dieses für ausländer immer wieder spannende thema unterhalten. wenn ich aber sage „ich fliege mitte dezember wieder zurück nach deutschland“, dann kommt immer zurück „aber dann kriegst du den winter ja gar nicht mit!“ unter winter versteht man hier nämlich etwas anderes als in deutschland.

temperaturen knapp unter null? lächerlich! richtig übel wird es hier erst im januar/februar. dann sind 15 bis 20 grad unter null in montréal standard. und schnee. viel schnee. das hat mir der kollege nämlich auch erklärt: „solange es nur (!!!) 30 zentimeter in der nacht schneit, ist das für den verkehr am nächsten morgen eigentlich kein problem. kompliziert wird’s erst, wenn wir mehr als 40 zentimeter in einer nacht haben…“

oooooookey… gut zu wissen.

also, liebe deutsche autofahrer: macht euch nicht ins hemd, wenn es in deutschland mal wieder im laufe einer nacht ganz heftig schneit und am nächsten morgen tatsächlich drei zentimeter schnee die straßen bedecken und der öffentliche personennahverkehr zusammenbricht. in kanada juckt das keine sau.

hier ist man auch bezüglich der temperaturen gelassener: von übler kälte spricht man erst ab -30 grad – „aber das haben wir hier in montréal kaum. das haben nur die im norden. aber die sind da unempfindlicher als wir hier…“

passend zum heutigen wetter-blog: musik der wundervollen montréaler band malajube mit dem schönen titel montréal -40°





im sommer scheint sonne, im winter…

19 11 2010

… da schneit’s! ok, noch nicht. und: die sonne kann auch während der kalten jahreszeit scheinen.

es ist wirklich erstaunlich, was so ein bisschen sonne im winter nicht alles ausmachen kann! das wetter hier zeichnet sich nicht unbedingt durch beständigkeit aus. heute hatten wir mal wieder glück und hatten fast einen ganzen tag lang blauen himmel und strahlenden sonnenschein. warm war es trotzdem nicht.

wie auch immer: dieses gute wetter schlägt auf die stimmung! ich gehe heute morgen aus dem haus und treffe auf den postboten, der gerade ein paar briefe verteilen will. ich habe diesen menschen noch nie in meinem leben gesehen – und wie begrüßt er mich am frühen morgen: mit einem schallenden „bonjour, mon ami!“.

da habe ich mich zwar wirklich gefreut, gleichzeitig aber gedacht: naja, der kollege ist halt einfach gut drauf. wer weiß, was frau postbote ihm heute morgen ins müsli gemischt hat.

dann gehe ich heute mittag in den imbiss um die ecke, um mir ein stück pizza zu kaufen – und wie begrüßt mich der nette spanische pizza-verkäufer? „hello my friend!“ und als er mir dann die pizza in die hand drückt und ich artig „thank you“ sage (weil er mich sofort auf englisch angehauen und mir gar keine chance gegeben hat, meine formidablen französischkenntnisse unter beweis zu stellen), hüpft er fast über die theke und grinst nur „no, no, no… thank YOU!“

was machen die menschen hier wohl erst im frühling, nachdem es vier monate lang sauwetter hatte? ich persönlich glaube ja, da werden einige menschen wohl sehr intensive gefühle haben…








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