es gibt dinge zwischen himmel und erde…

8 11 2010

… die sind und bleiben für mich einfach unbegreiflich. kanada ist ein land der westlichen welt: hoch zivilisiert, hoch entwickelt, alles bestens – und doch hat man manchmal so seine zweifel.

ich weiß nicht, wer von euch schon einmal vom sogenannten human development index (hdi) gehört hat. der hdi wird jährlich von den vereinten nationen veröffentlicht. er wurde von mehreren international anerkannten ökonomen entwickelt und soll die menschliche entwicklung in den verschiedenen ländern der welt messen.

während bei einem wert wie dem allseits bekannten bruttoinlandsprodukt lediglich die wirtschaftsleistung (pro einwohner) berücksichtigt wird, ist der hdi-ansatz breiter gewählt. hier fließen unter anderem auch faktoren wie lebenserwartung und bildungsgrad der bevölkerung ein. der faktor lebenserwartung gilt als indikator für gesundheitsfürsorge, ernährung und hygiene; bildungsniveau und einkommen für erworbene kenntnisse, die teilhabe am politischen und öffentlichen leben.

das einfach mal als theoretischer unterbau.

in der jährlichen hdi-bewertung schneidet kanada eigentlich immer sehr gut ab. lange jahre führte es die hdi-liste an, im jahr 2009 lag kanada weltweit auf rang vier – hinter norwegen, australien und island. zum vergleich: deutschland erreichte in der gleichen erhebung lediglich rang 22 – zwischen großbritannien und singapur.

aber ganz ehrlich: wenn ich mich hier manchmal so umschaue, dann zweifle ich erheblich an der aussagekraft dieser rangliste. ok, die feinheiten in bildungs- und gesundheitssystem maße ich mir nicht an, beurteilen zu können. aber wenn ich einfach nur auf die straße trete, mir infrastruktur und hygiene anschaue, dann habe ich doch wirklich meine zweifel.

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was ihr auf dem foto seht ist nicht die stromversorgung innerhalb eines ghettos. nein, das sind die stromleitungen in einem respektablen montréaler stadtviertel. und das ist wirklich kein einzelfall. so sieht es hier überall aus! von den übelst frost-geschädigten straßen oder straßen, die plötzlich in einen feldweg übergehen, will ich an dieser stelle mal lieber gar nicht sprechen – war ja auch bisher immer ein mietwagen, mit dem ich hier unterwegs war. da sag ich nur „don’t be gentle, it’s a rental!“

was lernen wir aber aus der ganzen sache? der faktor „infrastruktur“ wird auf keinen fall in die berechnung des hdi einbezogen. definitiv nicht. und was das thema hygiene angeht, bin ich mir wirklich auch nicht so sicher – aber der große themenkomplex „müll-hygiene“ ist dann ein eigenes blogthema.

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One response

8 11 2010
Markus

Was Straßenqualität und Stromnetz angeht, erlaube ich mir an dieser Stelle den direkten Vergleich mit Indien. Einmal Kolonie, immer Kolonie 🙂

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