strangest interview ever

29 10 2010

ich muss etwas vorweg schicken: kanadische radiointerviews, gerade die interviews hier bei radio centre-ville, kann man nicht unbedingt mit deutschen interviews vergleichen. während es bei uns gerne mal heißt „du darfst über alles sprechen – nur nicht über 90 sekunden“, ist man hier „etwas großzügiger“. will heißen: interviews zwischen acht und zwölf minuten dauer sind hier ganz normal.

an dieser stelle kann sich jeder von euch gerne ausrechnen, wie die relation wort – musik im detail ausschaut: in einer 90 minütigen sendung gibt es insgesamt sechs interviews. wer rechnen kann, der merkt, dass da nicht mehr viel platz für musik bleibt: 60 minuten interviews, sechs minuten werbung, moderationen…

wie auch immer: ich habe heute ein interview zum thema „energie sparen in den eigenen vier wänden“ gemacht. dachte ich zumindest. die arbeit der organisation, mit der ich gesprochen habe, sieht folgendermaßen aus: man ruft dort an, macht einen termin aus, dann kommen zwei techniker vorbei, untersuchen haus oder wohnung auf herz und nieren und geben anschließend tipps, was man tun kann, um weniger wärme zu verlieren.

für den deutschen bedeutet das natürlich sofort: super – weniger wärmeverlust, weniger energieverbrauch, weniger heizkosten – alles gut für die umwelt…

für den kanadier bedeutet das nichts dergleichen.

das ist dann tendenziell ein bisschen blöd, weil ich sämtliche fragen unter der prämisse „gut für die umwelt, gut für den geldbeutel“ vorbereitet hatte. das ging dann halt mal gründlich in die hose. die antworten waren nämlich ziemlich einsilbig. und als ich nachgehakt habe „da spart man doch aber geld und tut was gutes für die umwelt“ kam als antwort nur „ja, ja… das stimmt schon… aber in erster linie geht es uns um eine verbesserung des wohnkomforts während des kalten winters hier in montréal!“ tja, da denkt man halt wohl ein wenig unterschiedlich auf den beiden seiten des atlantiks.

ich hab jetzt auf jeden fall die verwendbaren passagen herausgepickt und lande letztlich bei 4:47 minuten. wenn schon nicht beim umweltschutz, dann herrschen doch wenigstens bei der interview-länge mal deutsche (radio-) verhältnisse.

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