in eisige höhen – andi geht steil

9 10 2010

jon krakauer hätte seine wahre freude an mir gehabt: furchtlos, mutig, entschlossen, … (weitere attribute bitte hier einfügen) ging es gestern für mich steil nach oben. die sache mit dem sterben habe ich dann aber lieber doch weggelassen. „mein mount everest“ steht in einem montrealer industriegebiet und ragt zehn meter steil in die höhe.

ich war gestern zum ersten mal in einer kletterhalle und ich kann nur sagen: geiler scheiß! heute morgen hab ich zwar nicht nur rücken, ich hab körper – aber schää war’s schoo…

der spaß begann ja eigentlich schon vor dem klettern: zunächst muss man ein ewig fettes papier unterschreiben, auf dem man unter anderem bestätigt, dass man weiß, dass man von einer wand auch runterfallen kann. aha. ich hab es mir dann nicht weiter durchgelesen. ist bestimmt wie mit den ganzen nebenwirkungen bei den medikamenten-beipackzetteln: da kriegt man nur angst was alles passieren könnte…

nächster punkt: kletterschuhe in der richtigen größe finden. ich habe nach size 13 gefragt und damit schon staunen ausgelöst: „that’s quite a big foot you got, sir!“ jap, weiß ich. ihr hättet aber erstmal das gesicht dieses menschen sehen sollen als ich ihm erklärt habe, dass size 13 doch zu klein ist und ich 14 bräuchte… das war zwar immer noch eng, aber so ein kletterschuh muss ja auch tight sitzen!

nach klärung der schuhfrage und kurzem umziehen ging es dann endlich los – aber nicht mit klettern. unser lehrer dave hat uns erst einmal zwei stunden lang das richtige knoten des sicherungsseils, den korrekten einsatz des karabiners („that’s a german word, right?“) und das anlegen des klettergurts erklärt. gerade letzteres: ein einschneidendes erlebnis! und diese ganze knoterei! mannmannmann…

gemeinsam mit meinem neuen russischen freund alex (das mitglied unserer klettergruppe, das am ehesten meinen körperlichen dimensionen entsprach), hab ich dann das sichern und fallen geübt. was ein spaß! da stehen erwachsene männer auf dem weichboden, werfen sich wie kleine kinder ins gespannte sicherungsseil und haben immer ein debiles grinsen im gesicht, wenn es den kletterpartner vielleicht ein, zwei zentimeter vom boden abhebt…

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nach gut zwei stunden trockenübungen ging es dann an die wand und ab nach oben. erschreckend wie schnell man sich daran gewöhnt und einfach nach oben klettert. ok, war die einsteigerwand – aber trotzdem: bis ganz nach oben ging relativ einfach. blöd nur die anweisung des lehrers: „andreas, kurz bevor du oben ankommst, lässt du dich bitte fallen, damit dich dein partner sichern kann.“ ja, nee, is klar. ich hab’s gemacht – komisch ist es schon, so weit über dem boden einfach die wand loszulassen.

es ist für den sichernden übrigens nicht so spaßig, wenn der kletternde annähernd zwei meter groß ist. mit jedem kletterschritt muss dann das sicherungsseil ganz schnell nachgezogen werden. das ist wirklich verdammt anstrengend. da heißt es: langsam klettern – auch wenn’s schneller ginge.

wie auch immer: nach gut drei stunden war ich dann körperlich erstmal bedient (und bin es heute morgen noch immer) – aber: ich war sicher nicht das letzte mal in der wand. ich bin jetzt im höhenrausch. jon krakauer hätte seine wahre freude an mir!

ach ja: bevor jetzt irgendwelche schlauberger meckern, dass ich auf den fotos ja gar nicht zu sehen bin – richtig! aber ich war eben mit klettern beschäftigt. die bilder sind dann halt erst danach entstanden.

literaturtipp: für alle, die mit dem namen jon krakauer nichts anfangen können: er ist der autor des buches in eisige höhen: das drama am mount everest. ist vielleicht ganz nützlich zu wissen, um überschrift und artikel zu verstehen…

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2 responses

9 10 2010
fabile

also ich hätte gestern da oben ein bild von dir machen können..locker! 😀

9 10 2010
ninchen

hab das buch schon vor jahren gelesen 😉 hoffe, ihr hattet keine verluste zu beklagen 😀

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