„deutschland über all“

25 09 2010

uiuiuiui… er hat „deutschland“ und „über“ und „all“ in einem satz gebraucht – vorsicht!

ja, hat er. aber keine angst – ich erklär’s: in montréal ist deutschland derzeit allgegenwärtig. 20 jahre wiedervereinigung sind hier im moment – so hat man fast den eindruck – DAS thema. es gibt zahlreiche kulturelle veranstaltungen, deutsche filme werden gezeigt, deutsche maler bzw. deren werke ausgestellt und das befinden der deutschen seit 1990 diskutiert.

ganz vorne mit dabei: das goethe institut hier in montréal. dort findet demnächst auch eine mehrtägige konferenz zum deutschen jubiläum statt. aus diesem anlass habe ich heute einen kanadischen politikprofessor zum thema „20 jahre wiedervereintes deutschland“ interviewt. ich fand das unglaublich spannend, mich mit einem außenstehenden vom fach über mein heimatland zu unterhalten.

auch wenn mir sonst zehn-minuten-interviews unglaublich lang vorkommen – hier fand ich es sehr interessant und hätte gerne noch weiter mit ihm gesprochen. und ab einem gewissen punkt dann auch lieber auf deutsch oder englisch als auf französisch. wenn es um die große weltpolitik geht, dann ist der wortschatz halt doch irgendwie begrenzt…

aber: es ging während unseres gesprächs nicht nur um die weltpolitik. großes thema während der kommenden konferenz: sport und vor allem fußball! was hat der wm-gewinn 1990 fürs deutsche selbstbewusstsein und die nationale identität bedeutet? welche rolle spielt/e der sport beim zusammenwachsen von ost und west?

während der konferenz gibt es sogar auch einen vortrag unter der schönen überschrift: „the last of the ossis – michael ballack and the very idea of a ‚führungsspieler'“. darüber hinaus sind neben den ganzen politikern (diverse botschafter), literaten und uniprofessoren auch sportler da, unter anderem die deutsche eisschnelllauf-weltmeisterin monique garbrecht. wenn’s die zeit also zulässt, dann werde ich da auf jeden fall mal vorbei schauen.

wen das programm interessiert: HIER KLICKEN.

die geschichte mit der überschrift wollte ich ja noch erklären. eine französische kollegin, die ein bisschen deutsch kann, meinte ob der ganzen zeitungs- und ankündigungsflut zum jubiläum: „deutschland über all!“ ich bin dann kurz zusammengezuckt und habe ihr erklärt, dass man gerade in diesem zusammenhang auf die feinheiten der deutschen sprache achten muss. eine pause zwischen den einzelnen wort-komponenten kann da für erhebliche verwirrung und missverständnisse sorgen. ein „e“ und ein „s“ mehr oder weniger tun ihr übriges. das war ihr dann doch nicht so ganz bewusst gewesen…

da verweise ich doch gerne darauf, dass aussprache und korrekte interpunktion im zweifelsfall überlebensnotwendig sind:

wir essen, opa! oder eben wir essen opa!

und da sag nochmal jemand, man lerne nichts wirklich wichtiges im germanistik-studium!

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One response

25 09 2010
Steffi

Lieber Andi,
da schlägt mein Historikerherz höher, DAS nenn ich mal ein sau gutes Thema für ein Interview… Und falls du was drüber wissen willst, da gibt´s ein Themenheft von der bpb dazu 😉
Weiter so! und wann kommt jetzt barfuss?
Steffi

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