auferstanden aus ruinen

12 09 2010

nicht, dass jetzt hier ob der überschrift ein falscher eindruck entsteht. nein, ich war gestern abend nicht bis in die puppen unterwegs. ich habe heute das olympiagelände von 1976 besucht. dort war ich über die flaggen vor dem olympiastadion erstaunt. um es vorweg zu nehmen: es geht in diesem beitrag tatsächlich um die deutsche demokratische republik.

da sind vor dem olympiastadion doch tatsächlich noch immer die fahnen aller nationen gehisst, die während der 76er spiele mindestens eine goldmedaille gewonnen haben. und was hängt da neben der deutschen fahne? die DDR-flagge! wer’s nicht glaubt – siehe foto! irgendwie ergeht es der DDR-fahne dort ganz ähnlich wie der republik vor 20 jahren: während die deutsche fahne im wind flattert, hat sich die der DDR schön um den pfosten gewickelt…

wer keine ahnung hat, wovon der alte mann da jetzt redet und was es mit diesen ominösen ruinen auf sich hat – einfach mal HIER für die musikalische erklärung klicken.

für alle haßlocher habe ich übrigens noch ein spezielles foto gemacht. vielleicht erinnert ihr euch, dass wir in haßloch tatsächlich eine radrennbahn haben – ok, hatten. so richtig benutzt wird das ding ja nicht mehr. auf jeden fall ist sie nach gregor braun, dem „bär von der weinstraße“, benannt. und der war gerade hier in montréal sehr erfolgreich. deshalb ist er hier auch noch immer verewigt. die gregor braun infos gibt’s HIER.

ansonsten: dieses ganze olympiagelände ist schon beeindruckend – aber auch irgendwie bedrückend. wir standen tatsächlich ganz alleine mit unserer tourguide in diesem riesigen, vollkommen leeren olympiastadion, das mittlerweile überdacht ist. normalerweise hat’s dort platz für 76.000 menschen – heute waren wir zu dritt da drin. das ding steht da also einfach und wird nur von zeit zu zeit mal für irgendwelche veranstaltungen genutzt (allerdings weniger für konzerte, weil das echo da drin unglaublich nervig ist). die baseballmannschaft wurde nach washington verkauft, weil nicht mehr genug leute zu den spielen kamen, die eishockeyer spielen in einem anderen stadion und die städtischen football- und fußball-teams können das riesending auch nicht voll machen. ach ja: im winter ist es eh gesperrt, weil die dachkonstruktion und die kanadischen temperaturen/schneefälle sich nicht allzu gut verstehen.

was aber wirklich beeindruckend ist: der schiefe turm von montréal. das ding ist über 150 meter hoch, hält das dach und lässt sich mit einem fahrstuhl erklimmen. haben wir natürlich gemacht und dabei auch gelernt: das ist der größte und höchste schiefe turm der welt! während der turm in pisa eine neigung von fünf grad hat, sind es hier tatsählich 45 grad. schon crazy – aber der blick von da oben ist fantastisch. übrigens: die pyramiden im hintergrund waren mal das olympische dorf…

zum schluss einfach noch ein paar lustige splitter der tages:

  • die ehemalige fahrradrennbahn ist jetzt ein kleiner indoorzoo. dort leben fische, vögel, insekten undwasweißichnichtnochalles. leider konnten wir nicht rein. oton unserer tourguide: „they are on strike. since three months.“ meine frage „who? the fish or the people working there?“, hat die gute frau dann großzügig überhört.
  • in kanadischen parkhäusern gibt es komische geschwindigkeitsbegrenzungen (siehe fotos).
  • die spiele in montréal haben wirklich vor langer, langer zeit stattgefunden – da wurde tatsächlich noch auf film fotografiert. die werbung dafür hängt noch heute dort (siehe fotos).

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2 responses

13 09 2010
bikebloggerberlin

Nun, wäre es nicht Geschichtsklitterung, wenn die Flagge der DDR nicht gezeigt würde und nur die der BRD?
Schließlich waren die Sportler der BRD trotz wirtschaftlicher Übermacht bei weitem nicht so erfolgreich wie die der DDR. Was nichts über den Erfolg eines Systems aussagen soll. Die Trainer der BRD hatten’s halt nicht drauf, trotz massiver Sportförderung + Doping mit dem Leistungssystem + Doping der DDR-Trainer mitzuhalten.

12 09 2010
Benjamin Hiller

Das erinnert mich sehr an Reno/Nevada. Dort haben im knapp 80 Kilometer entfernten Squaw Valley 1960 die Winterspiele stattgefunden. Und wenn man am Flughafen Reno ankommt weht einem brav die Flagge der UDSSR entgegen; auch hier wird dem einstige Rum noch nachgetrauert.

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